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	<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 19:14:51 +0000</pubDate>
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		<title>Lieber Fußballgott,</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Sep 2010 10:49:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Lieber Fußballgott,
warst du schon mal an einem Bundesliga-Samstag an deutschen Bahnhöfen und an deutschen Autobahnen unterwegs. Ne, ne? Also, das ist nämlich ziemlich kurios. Und wahrscheinlich, empirische Daten habe ich da nicht, auch international ziemlich einzigartig. Da fahren also Zehntausende Fans zu ihren Spielen in Dortmund, München, Hamburg, Köln und Gelsenkirchen. Jetzt musst du, Fußballgott, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Fußballgott,</p>
<p>warst du schon mal an einem Bundesliga-Samstag an deutschen Bahnhöfen und an deutschen Autobahnen unterwegs. Ne, ne? Also, das ist nämlich ziemlich kurios. Und wahrscheinlich, empirische Daten habe ich da nicht, auch international ziemlich einzigartig. Da fahren also Zehntausende Fans zu ihren Spielen in Dortmund, München, Hamburg, Köln und Gelsenkirchen. Jetzt musst du, Fußballgott, aber nicht denken, dass die zu den Auswärtsspielen ihrer Vereine wollen. Nein, die fahren zu Heimspielen. <span id="more-444"></span>Die bayrischen BVB-Fans fahren nach Dortmund, die Mönchengladbach-Fans aus Karlsruhe rasen auf der A 61 an den Niederrhein. Und ich, nun ich fahre seit einem Jahr immer von Saarbrücken aus 300 Kilometer zu meinen „Heim“-Spielen nach Müngersdorf. Und 300 Kilometer wieder zurück.</p>
<p>Wir müssen in diesem Zusammenhang, denke ich, mal etwas über die Begriffe „Heim“ und „Heimat“ reden. Wenn es dir recht ist, lieber Fußballgott. Zunächst einmal ist Heimat dort zu finden, wo man aufgewachsen, im Zweifelsfall geboren ist. Das passt in meinem Fall, ich bin laut Familien-Stammbuch in Köln geboren und in Köln-Ostheim aufgewachsen. Und Köln-Ostheim ist im schönen Rechtsrheinischen auf kölschem Stadtgebiet gelegen und noch nicht in Ost-Westfalen, wie böse linksrheinische Zungen behaupten. Ich kann also für mich in Anspruch nehmen, dass isch ‘ne waschechte kölsche Jung bin, den die Lebensläufte ins Saarland verschlagen hat. Meine Heimat aber ist und bleibt Köln und mein Lieblingsverein natürlich der 1.FC Köln. Es gab doch tatsächlich Knalldeppen, da wohnte ich gerade mal drei Monate in Saarbrücken, die mich gefragt haben, ob ich denn seit meinem Wohnsitzwechsel dem 1.FC Saarbrücken die Daumen drücken würde. Bin ich denn bescheuert? Ich habe ja auch keine neue Mutter bekommen, nur weil ich in den Südwesten der Republik gezogen bin. Also auch keinen neuen Fußballverein. Basta.</p>
<p>Aber was ist mit den Zehntausenden Fußballfans deutschlandweit, die glühende Fans eines Vereins sind, der etliche Kilometer von ihrem Geburtsort entfernt sind? Spinnen die? Können die sich keinen Verein ihres Herzen in ihrer Umgebung suchen? Ich habe immer die dicken Kinder gehasst, die in zu engen Bayern-Trikots durch Köln herumliefen und denen man am liebsten das Wir-gewinnen-sowieso-immer-Grinsen aus der Fresse geschlagen hätte. Andererseits liebe ich es, mich mit sächselnden Fans des 1.FC Köln auf den Tribünen in Aue, Jena und Cottbus zu unterhalten. DIE finde ich natürlich prima, also DIE haben sich ja auch für den richtigen Verein entschieden. Diese Haltung ist natürlich derart bigott, lieber Fußballgott, dass einem schlecht werden könnte. Denn man muss auch über den erweiterten Heimat-Begriff reden und der impliziert eben zum Beispiel auch die Verbundenheit zu einer bestimmten Religion, wo wir direkt wieder bei dir, lieber Fußballgott, wären und die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Lebensart. Es gibt eben nicht nur die „Heimat“ im engeren Sinne der „Heimstätte“, sondern auch der Identifikation mit einer bestimmten Idee. Und da liegen sich Fußball-Fans mit dem gleichen Trikot natürlich gerne in den Armen, egal wo sie das Weltenschicksal aus ihrer Mutter hinaus geschleudert hat.</p>
<p>Werden wir mal wieder etwas profaner. Ich muss nämlich sagen, dass sich mein Umzug ins Saarland direkt bezahlt gemacht hat. Und zwar hat mir der 1.FC Köln sozusagen ein saarländisches Begrüßungsgeld bezahlt. Kaum hatte ich meine Adressenänderung mitgeteilt, hatte mir der Geißbock-Verein 70 € überwiesen. Ist doch der Knaller, oder? Denn Mitglieder, die mehr als 100 Kilometer entfernt von Köln wohnen, zahlen einen geringeren Beitrag. Ich habe dann beim FC nachgefragt, wie viele Mitglieder des 1.FC Köln denn überhaupt in der Domstadt wohnen. Es sind genau 25 Prozent, ein Viertel. Alle anderen haben entweder eine Anreise aus den umliegenden Gegenden und ein SU, BM, EU, BN oder GL auf dem Nummernschild. Oder sie nehmen noch weitere Wege in Kauf. Man sollte mal an einem Heimspieltag in Köln sich in den Fanshop stellen und auf die Dialekte achten. Da ist alles versammelt, was sich in Deutschland vorstellen lässt. Und auch darüber hinaus, denn mit ein wenig Glück hört man auch belgische, holländische – und türkische Töne. Dass die echt zu jedem FC-Heimspiel von Ankara anreisen – Respekt!</p>
<p>Mein Freund Daniel vom Fan-Projekt hat zuletzt den schönen Satz gesagt, man könne sich eben durch die Mitgliedschaft beim 1.FC Köln am leichtesten die kölsche Identität kaufen. Wo mir sind, ist Kölle, egal wo das ist. Im übrigen, wenn ich so darüber nachdenke, kommen die meisten Allesfahrer-Fans, die ich kenne, aus dem Kölner Umland: Bonn, Glessen Leverkusen (!!!). Und auch ehemalige und aktuelle FC-Spieler waren ja keine „echten“, eher gefühlte Kölsche, zum Beispiel Siegburger (Overath), Dürener (Toni Schmacher) oder Bergheimer (Poldi). Und wenn man sich dann vor Augen führt, dass der einzige echte kölsche Jung, der seit Jahren auf hohem Niveau in der Bundeliga spielt, Tim Wiese ist, gibt das einem schon zu denken. Den will man doch nicht ernsthaft im Kader haben oder zujubeln, oder was meinst du lieber Fußballgott? Dann doch lieber Typen wie Häßler, Polster und Novakovic zeitweise einbürgern und mit kölschem Pass versorgen. Fazit: Egal ob ich zu einem Heimspiel wie früher sechs Kilometer mit dem Rad fahre oder wie derzeit 300 Kilometer: Es bleibt ein Heimspiel. Und wenn man im Stadion ist und die Hymne wird gesungen und die Gänsehaut kriecht einem in jedes Körperhaar, dann ist die Anfahrtsentfernung aber so was von piepegal. Das kannst du echt glauben, Fußballgott. Wenn wir dann aber mal wieder verloren haben oder uns, wie zuletzt, ein dürftiges 0:0 gegen 10 Frankfurter eingefangen haben, kommt spätestens auf der stundenlangen Rückfahrt der Kater und die unvermeidliche Frage: Warum tue ich mir das alles eigentlich immer wieder an?</p>
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		<title>Lieber Andreas,</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Dec 2008 13:46:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Jubilate, jauchzen die Engelschöre und ein phantastisches Jahr neigt sich für die Geißböcke dem Ende zu. Erst der Aufstieg im Mai, dann die Herbstmeisterschaft in der ersten Liga mit diesem begeisternden Offensivfußball und… Wie bitte, ach echt, Hoffenheim ist Herbstmeister? Na gut. Aber wir befinden uns im, wie es so schön heißt, gesicherten Mittelfeld. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jubilate, jauchzen die Engelschöre und ein phantastisches Jahr neigt sich für die Geißböcke dem Ende zu. Erst der Aufstieg im Mai, dann die Herbstmeisterschaft in der ersten Liga mit diesem begeisternden Offensivfußball und… Wie bitte, ach echt, Hoffenheim ist Herbstmeister? Na gut. Aber wir befinden uns im, wie es so schön heißt, gesicherten Mittelfeld.<span id="more-384"></span> Die neue Nichtabstiegsregel heißt, mit 22 Punkten steigt man nicht ab und die haben wir schon auf unserem Konto. Nach diesem Sieg in Bochum. Die genau die Hälfte unseres Punkteschatzes aufweisen. Genauso wie Mönchengladbach, die aber in der Winterpause unfassbar aufrüsten. Zum Zeitpunkt der Niederschrift dieser Mail kurz nach Weihnachten hatte Ostholland schon exakt 26 neue Spielertransfers getätigt, davon die Hälfte über 40-Jährige. Außerdem wurde beim Bundesspitznamenamt eine offizielle Änderung des Beinamens FOHLEN in ACKERGÄULE beantragt.</p>
<p>Ich muss, bevor ich mich durch mein Ärzteteam in einen künstlichen Winterschlaf versetzen lasse, Dir noch kurz berichten, wie es kommen konnte, dass wir nach vier Niederlagen in Folge noch den Big Point in Bochum setzen konnten. Ich befand mich mit den eifrigen Stammsehern aus S12, dem Holger und dem Doko-Andreas, in Hamburg, um, na klar, Doko zu spielen, Tag und Nacht. Wir verfolgten das Bochum-Spiel mit unseren Karten in der Hand am Videotext. Freudentaumel nach dem 0:1, bange Ungewissheit nach dem 1:1. Ich hätte das Unentschieden gekauft, bloß keine weitere Niederlage! Wie zähes Slimy rannen die grünen Sekundenzahlen dahin. Könnte nicht bald mal Abpfiff sein? Da rüttelte uns unser Mental-Coach, der Doko-Andreas, auf. Wir sollten jetzt ganz fest daran glauben, dass gleich eine ZWEI hinter dem Doppelpunkt erscheine. Wir glaubten, und zehn Sekunden später wurde auf wundersamste Art und Weise die EINS zu ZWEI. Nun sind der Holger, der Doko-Andreas und ich auch schon zusammen 136 Jahre alt. Aber wie wir drei in Hamburg eine hüpfende Traube bildeten, dass hätten uns auch jüngere Hüpfer nicht nachgemacht. Genial! Wir hatten den Sieg per Videotexthypnose erzwungen.</p>
<p>Und weißt du, was mir Markus, der mit seinem Bochumer Freund Schröder im Stadion war, nach dem Spiel per SMS schrieb: Der Sieg wäre unverdient gewesen. Ist das zu fassen? Wen interessiert das denn? Ist Markus ein Fan oder überparteilicher Ruhrstadionexperte? Was soll das denn, wie oft haben WIR denn total ungerechtfertigt verloren? Na eben. So, meine Ärzte setzen jetzt die Winterschlafnarkose an. Geweckt werde ich erst zum 29. Januar, dann lese ich im TREFFER. Zum besseren Wegdösen soll ich leise „Denn mir sind kölsche Junge“ summen.</p>
<p>Bis nächstes Jahr</p>
<p>Dein Manuel</p>
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		<title>Lieber Andreas,</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Dec 2008 13:44:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[„hört ihr das Gestöhne, hört ihr das Gestöhne, alles Hamburger Hurensöhne“. Von der Hoffenheimer „Hure der Liga“ in meiner letzten Mail direkt zum HSV. Die sollte man mit der Michael-Trippel-Begrüßung „Willkommen in der schönsten Hansestadt Deutschlands“ mal daran erinnern, wer im Mittelalter in der Hanse wirklich wichtig war. Die stolze Handelsstadt am Rhein oder das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„hört ihr das Gestöhne, hört ihr das Gestöhne, alles Hamburger Hurensöhne“. Von der Hoffenheimer „Hure der Liga“ in meiner letzten Mail direkt zum HSV. Die sollte man mit der Michael-Trippel-Begrüßung „Willkommen in der schönsten Hansestadt Deutschlands“ mal daran erinnern, wer im Mittelalter in der Hanse wirklich wichtig war. <span id="more-382"></span>Die stolze Handelsstadt am Rhein oder das stinkende Dorf an der Elbe? Egal, tempi passati. Die Hamburger hatten ein paar blau-weiße Papptafeln mitgebracht und dachten wahrscheinlich, das wäre schon eine Choreographie. Nur Gaffel Kölsch sollte sich langsam mal Gedanken machen, ob ihre riesige Reklame im Gästeblock bei den Horden Schwarz-weiß-blauer Gästefans (HSV, Hoffenheim, Bielefeld, Bochum, Hertha BSC, Schalke 04) nicht sehr als Unterstützung der Gästemannschaften missverstanden werden könnte. In den letzten Heimspielen beobachte ich immer wieder sehr gerne, dass die Gästefans den FC lieben. Ehrlich. Schreien zwar immer, wie Scheiße sie das Cologne vom Dom finden, aber wenn die FC-Hymne läuft, müsstest du den Gästeblock mal sehen. Dann werden mit Handys und Digitalkameras die FC-Fans geblitzt, als würden zehntausende Teenies Tokio Hotel erwarten. </p>
<p>Ach, über das Spiel möchtest du, habe ich gerade entschieden, gar nichts wissen. Besonderes Vorkommnis: Ein Linienrichter musste gefühlte zehn Minuten am Fuß behandelt werde. Wahrscheinlich haben ihn die neuen Schnürsenkel gedrückt. Und mal wieder verloren, die vierte Niederlage in Folge. Doch, eins musst du noch hören. Du weißt, ich hacke ungern auf einzelnen Spielern herum. Die kollektive Niedermache von Christian Springer hat, wie du weißt, ja sogar zu einem eigenen Fanclub geführt. Aber wir müssen uns jetzt mal über den Roda unterhalten, den Antar. Unsere Immobilie im Mittelfeld. Unseren lethargischen, lustlosen Libanon-Lottner. Hat der keine Lust, kann er es nicht besser, hat er Koordinationsschwierigkeiten, ne Stress-Partie zu Hause? Wenn man es wüsste, würde man ihm ja gerne helfen. Aber was er gegen den HSV gezeigt hat, ließ einen mit einer Mischung aus Wut und Trauer zurück.</p>
<p>Hoffnung macht nur der Nova. Ich meine nicht sein Tor, sondern seine Weltklasse-Antworten im beliebten Geißbockecho-Fragebogen „10 Fragen an…“. Nicht nur, dass ihm die Hormone schon aus den Ohren laufen, weil er bei mindestens der Hälfte der Antworten darauf verweist, dass er dringend auf der Suche nach einer Traumfrau ist, in die er seinen kleinen Nova versenken kann. „Er haut ihn wieder rein, für unseren Verein, Novakovic allez allez allez“.<br />
Sehr prompt und ehrlich kommt die Antwort auf die Frage „Wenn kein Training ist, findet man mich…“: Im Restaurant. Klar, Nova, wo sonst. Aber hauptsächlich bist du doch wegen der ganzen Delikatessen, da, oder, kleines Schlemmermäulchen. Wie bitte, in Restaurants gibt es auch was zu trinken? Sag bloß. Dann sag doch direkt, dass du direkt vom Trainingsgelände in deine Lieblingskaschemme fährst.<br />
Aber das Geilste ist, auf die Frage nach dem schönsten Moment in seinem Leben mit „Meine Geburt“ zu antworten. Novakovic Fußballgott!!!</p>
<p>Dein Manuel</p>
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		<title>Lieber Andreas,</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Nov 2008 13:06:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[ja, ja, jaaa. Diese Jas darfst du nicht wie Freudenschreie lesen, sondern in der entnervten Version: JA, JA, JAAA! JAAAA, man darf in Bremen verlieren, das wusste schon der Kaiser. Aber muss man es auch? Das ist doch die Frage. Ein zweifelhafter Elfmeter + ein unglückliches Tor direkt vor der Pause + ein Sonntagsschuss, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ja, ja, jaaa. Diese Jas darfst du nicht wie Freudenschreie lesen, sondern in der entnervten Version: JA, JA, JAAA! JAAAA, man darf in Bremen verlieren, das wusste schon der Kaiser. Aber muss man es auch? Das ist doch die Frage. Ein zweifelhafter Elfmeter + ein unglückliches Tor direkt vor der Pause + ein Sonntagsschuss, das war’s für die Bremer. Und der FC? War tatsächlich 70 Minuten die spielbestimmende Mannschaft und kann sich dafür aber mal wieder absolut nix kaufen. <span id="more-376"></span></p>
<p>Und dann kam auch noch Hoffenheim ins Müngersdorfer Stadion. Die hatten Angst vor uns, hatte ich gedacht, weil die noch nie gegen uns gewonnen hatten. Falsch! Die hatten sich noch mal das Video vom letzten Mai angeschaut, als es in Köln hart zur Sache ging. Und hatten beschlossen, diesmal zurückzuzahlen. Aber unser kanadischer Holzfäller-Kevin wollte bei dem Geholze natürlich mitmachen, und senste vor den Augen der Business-FC-Fans einen Hoffenheimer nach allen Regeln der Kunst um. Bravo, glattes Rot! So wird es aber leider nüschte mit der UEFA-Cup-Teilnahme via Fairness-Wertung. Das ist sowieso eine ganz halbschwule Hintertür. </p>
<p>Als der Schiri McKenna die Rote zeigte, sprangen zwar die Business-Fans auf, verhielten sich aber ansonsten manierlich. Das sind nämlich unsere neuen Problemfans. Vergiss Hooligans, hier kommen die VIPigans. Ein Fan aus dem Businessbereich hat nämlich jetzt Stadionverbot wegen Bierbecherwerfens bekommen. „Vornehm totale, Fußballrandale“.</p>
<p>Maximale Erregung auch beim 1:0 der Hoffenheimer: Superklares Abseits. Als die „Kein Abseits“-SMS von den Premiere-Guckern aus Saarbrücken kam, sackte die schöne Aufregung wie ein Soufflé in sich zusammen. Scheiß-moderne-Technik, noch nicht mal die ungerechtfertigte Wut wird einem gelassen. Der FC hatte während des Spiels eigentlich nur einen Spieler auf dem Platz: Petit! Der rackerte in der Defensive, putzte aus, verteilte die Bälle im Mittelfeld und schoss auch noch das einzige Tor. Das reichte aber leider nicht. Zehn Petits auf dem Platz und einen Grand im Tor hätte man gegen Hoffenheim schon benötigt. </p>
<p>Zum Schluss möchte ich mit dir noch ein kleines philologisches Problem erörtern. Also, was ist deiner Meinung nach semantisch korrekter, wenn man die Hoffenheimer als „Hure der Liga“ oder „Huren der Liga“ beschimpft. Die meisten sangen meines Erachtens „Huren der Liga“, was aber etwas unkorrekt ist, da es sich zu offensichtlich auf die Hoffenheimer Akteure auf dem Rasen bezieht und diese verdienen im Zweifelsfall genau das gleiche Geld für’s Kicken wie andere Fußballer. „Hure der Liga“ gefällt mir besser und trifft es auch eher. Es hat etwas von der alttestamentarischen Hure Babylon, die die Welt verdirbt. Es wäre halt nur schön gewesen, wenn die Hure der Liga und etwas zu Diensten gewesen wäre. Vielleicht das nächste Mal.</p>
<p>Herzliche Grüße</p>
<p>Dein Manuel</p>
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		<title>Lieber Andreas,</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Nov 2007 10:53:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Auswärtssieg, Auswärtssieg! Und das auch noch in richtig gut. Und dass, obwohl ich ohne meine Waffen ins Stadion musste. 
Der Reihe nach. Erst einmal euch herzlichen Glückwunsch zum dritten Platz in der EU-Ausländerstatistik Spaniens. Ich habe kürzlich gelesen, dass die Deutschen nach den Rumänen und den Briten mit 164.000 Bewohnern das drittgrößte Kontingent der EU-Ausländer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auswärtssieg, Auswärtssieg! Und das auch noch in richtig gut. Und dass, obwohl ich ohne meine Waffen ins Stadion musste. </p>
<p>Der Reihe nach. Erst einmal euch herzlichen Glückwunsch zum dritten Platz in der EU-Ausländerstatistik Spaniens. Ich habe kürzlich gelesen, dass die Deutschen nach den Rumänen und den Briten mit 164.000 Bewohnern das drittgrößte Kontingent der EU-Ausländer in Spanien stellen. Wobei ich allerdings davon ausgehe, dass 163.000 davon eine Finca auf Mallorca haben und die restlichen 1.000 Deutschen das Lehrpersonal an deutschen Schulen stellen, habe ich recht? Aber sag mal, es gibt tatsächlich 525.000 Rumänen in Spanien? Sind denn die Rumänen etwa die spanischen Türken? Oder eher die Polen? Polen wohl eher nicht, das sind bei euch, so habe ich in einem anderen Artikel gelesen, die Leute aus Barcelona, die von den Rest-Spaniern „Polacos“ geschimpft werden. Sehr lustig. <span id="more-401"></span></p>
<p>Jetzt aber zum letzten Wochenende: Ich war über Mannheim nach Heidelberg gefahren. In Heidelberg habe ich Victor aufgesammelt, der dort gerade Theater spielt und dann ging es auf die letzte Etappe nach Hoffenheim. Wenn man aus Heidelberg raus ist, kommen zunächst die Stationen Bammental, Reilsheim, Mauer, Meckesheim und Zuzenhausen. Und dann sieht man schon das Dietmar-Hopp-Stadion auf der Höhe. Ein Bergstadion, ähnlich wie früher in Gladbach und heute noch in Lautern.<br />
In Hoffenheim gibt es keine Kneipe. Nur eine Mehrzweckhalle. Und eine Kebabbude, die überteuertes Dosenbier feilbietet. Übrigens befindet sich dieses Kebab-Etablissement im Geburtshaus von SAP-Chef Hopp. </p>
<p>Und dann wären wir fast nicht ins Stadion gekommen, da die toastbrotdummen Hoffenheim-Ordner uns FC-Fans untersuchten, als wollten wir ne Bank ausrauben. Oder Schlimmeres. Ich wurde ganzkörperuntersucht, musste meine Taschen leeren. Ich legte Handy, Schlüsselbund und Portemonnaie auf ein kleines Tischchen. „Alles hinlegen!“ raunzte der Affe in Ordnergestalt mich an. Also packte ich auch noch meine drei Kugelschreiber auf den Tisch. „Sind Waffen, die bleiben hier“ sagte der mit Sicherheit mehrfach Vorbestrafte. Ich verwies auf die Lächerlichkeit dieser Aktion und darauf, dass ich ein weltbekannter Journalist sei. Leider allerdings ohne Journalistenausweis. Doch die Jungs blieben hart. Die Kulis waren weg. Ich hätte damit ja auch ganz Nordbaden auf einen Schlag auslöschen können.<br />
Wegen dieser sehr zuvorkommenden Behandlung an den Stadiontoren war daher zunächst der meistskandierte Gesang „Fußballfans sind keine Verbrecher“. Als ein Kölner Fangesang wenig später gründlich misslang, setzte Victor noch einen drauf mit „Fußballfans sind nicht musikalisch“.</p>
<p>Die FC-Fans hatten schnell das stimmliche Übergewicht und die Mannschaft später auch das spielerische. Brille beim 1:0 verbogen, egal. Nach dem 2:0 war ich dann ein wenig skeptisch. 2:0 - Führungen waren ja in letzter Zeit sehr gefährlich für uns gewesen. Aber heute spielte der FC richtig großartig, souverän, man konnte es kaum glauben. </p>
<p>Sehr schön war auch der Gesang „Ohne Inzucht wär hier gar nichts los“. Und nach dem Spiel erhielt ich sogar meine potentiellen Mordwerkzeuge zurück. Dass Victor und ich dann ohne Kontrolle mit Büchsenbier in der Hand bis zum VIP-Bereich des Stadions gelangten und Herrn Hopp in rosa Popper-Hemd fast die Hand geschüttelt hätten, sagt alles über die Kontrollprioritäten in Baden. </p>
<p>So war es in Hoffenheim und so wird es nie mehr sein. Denn Hoffenheim spielt zukünftig an einem zauberhaften Autobahnkreuz in Sinsheim. Ich werde mir dann extrem fiese Waffen ausdenken, mit denen ich anreisen werde.</p>
<p>Dein Manuel</p>
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		<title>Lieber Andreas,</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Sep 2006 10:56:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[danke für deinen letzten Brief und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag nachträglich. 
Gestern bin ich nach Jena zum DFB-Pokal-Spiel gefahren. Treffen war um 7.30 Uhr am Breslauer Platz. Ich stieg in einen doppelstöckigen Bus. Im Bus traf ich Willi. Du weißt, Willi ist der Mann, der mir die beiden kupfernen Metall-Bilder mit den Geißböcken geklöppelt hat. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>danke für deinen letzten Brief und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag nachträglich. </p>
<p>Gestern bin ich nach Jena zum DFB-Pokal-Spiel gefahren. Treffen war um 7.30 Uhr am Breslauer Platz. Ich stieg in einen doppelstöckigen Bus. Im Bus traf ich Willi. Du weißt, Willi ist der Mann, der mir die beiden kupfernen Metall-Bilder mit den Geißböcken geklöppelt hat. Willi fiel mich direkt an: Mensch, der Herr Andrack, wir trinken jetzt ein Bierchen. Ich lehnte dankend ab und verwies auf meine früheste Trinkzeit: 10.00 Uhr. <span id="more-404"></span></p>
<p>Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Vierertisch vor mir im Untergeschoss des Doppeldeckerbusses schon mit einer Flasche Wodka mit Ginger Ale abgeschossen. Um Punkt 10.01 stand Willi mit zwei Dosen Gaffel vor mir. Das Bier war eine Enttäuschung: sehr warm. Das Kölsch war bei meinen bisherigen Fahrten immer extrem gut gekühlt gewesen.<br />
Zwei Stunden später hielten wir an der Raststätte Eisenach direkt hinter der Grenze. </p>
<p>Dort begegneten wir einem Bus junger Menschen aus Aachen, die zum Auswärtsspiel nach Chemnitz fuhren. Einer der Aachener Fans bezeichnete Willi im Vorübergehen als „Kinderficker“ und es entwickelte sich eine gepflegte Raststättenschlägerei, die die Polizei aber schnell im Griff hatte. </p>
<p>Außerdem waren Aachener Fans heimlich in unseren Bus gestiegen und entwendeten eine FC-Jacke mit Handy.</p>
<p>Das Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena erfüllte alle Erwartungen an ein Ost-Stadion auf das Schönste. Die Getränke (alkoholfreies Bitburger aus der Jever-Zapfanlage in Köstritzer-Bechern) wurde hinter Gittern ausgeschenkt, die gefühlt 200 Meter hohen Betonflutlichtmasten überragten fast die umliegenden Berge des Saaletals. </p>
<p>Und die Gesänge, lieber Andreas, es gab viele neue Gesänge, du hättest deine helle Freude gehabt. Sehr merkwürdig war der Gesang der Kölner Ultras. Die Ultras behaupteten „Wir haben goldene Schwänze“. Das stelle ich mir jetzt eher beschwerlich und hinderlich vor, aber wer’s mag. Auch ein anderer Song kam nicht über den Gürtellinienbereich hinaus:<br />
„Ein Leben lang, die selbe Unterhose an, die selbe Unterhose an, die selbe Unterhose an.“<br />
Dazu wurde tatsächlich an einem langen Stab eine Unterhose mit plakativ eingenähten Brems- und Urinstreifen geschwenkt. Süß, aber für gegnerische Fans natürlich nur mit dem Opernglas zu entdecken. </p>
<p>Ach ja das Spiel. War scheiße. Zwei Glückstore für uns, Jena schlecht, wir auch.</p>
<p>Nach dem Spiel wurde der Buskonvoi mit den sieben FC-Bussen polizeieskortiert an den Jena-Fans vorbeigeleitet. Jüngere Fans zeigten den Stinkefinger, ältere Fans entblödeten sich nicht, Masturbationsvorgänge sehr plastisch mimisch umzusetzen und immer wieder wurde uns das Spielergebnis vom 3:2 der vorletzten Woche mühsam mit fünf Fingern gezeigt. </p>
<p>Nach 80 Kilometern auf der Autobahn fuhren wir vor Eisenach ab zu einer Polizeistation in Waltershausen. Dort lag die geklaute FC-Jacke mit Handy, die letztendlich von den Aachenern Fans auf dem Weg nach Chemnitz aus ihrem Bus geworfen worden war. Die Situation eskalierte, als die Busfahrer die Gelegenheit bei der Polizei nutzten, um Anzeige gegen unbekannt wegen zwei Brandlöchern auf dem Busteppichboden aufzugeben. Wir mussten alle aussteigen und die Busfahrer wollten ohne uns nach Hause fahren. Als wir dann mit Anzeigen wegen Nötigung konterten, wurde es den Polizisten zu bunt. Die hatten natürlich keinen Bock auf 66 mehrheitlich betrunkene Kölner Fans in ihrem Dorf, die nicht wussten, wie sie nach Hause kommen. Die Polizisten machten den Busfahrern die Ansage, sofort MIT UNS thüringischen Boden zu verlassen. </p>
<p>„Stranger, leave the state of Thüringen forever“.</p>
<p>Bis Köln zankten wir uns mit den Fahrern, so dass es einem Wunder gleich kam, dass wir wirklich doch noch um viertel vor Zwölf den Dom sahen. Willi war schon zwei Stunden zuvor eingeschlafen und ich hatte mich mit meinem Sitznachbarn unterhalten, der – Jahrgang 61‘ – aus Bonn-Pützchen kam, und ganz fleißiger Auswärtsfahrer war. </p>
<p>Nicht nur hatte er vorletzte Saison nur drei Spiele verpasst, sondern hatte die drei siegreichen Pokalendspiele 1977, 1978 und 1983 live miterlebt. Er war sogar 1978 beim 5:0 in St.Pauli gewesen und hatte die letzte Meisterschaft des FC feiern dürfen. Gänsehaut.</p>
<p>Herzlichste Grüße</p>
<p>Manuel</p>
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