Manuel Andrack

Autor - Moderator - Wanderer



Praktische Tipps

Neanderland
Wie ich schon im Haupttext geschrieben habe, kann man durch das Düsseltal bis Schöller und hinauf zur Bundesstraße B7 gehen, indem man sich vor allem an die Markierung des neanderland STEIGS hält. Zwischen Neanderthal Museum und dem Bahnhof Gruiten und zwischen Gruiten-Dorf und der Quarter Horse Ranch folgt man dem X. Der neanderland STEIG ist in gewisser Weise mein Baby, denn in den letzten Jahren durfte ich an der Entwicklung und dem Marketing dieses Weitwanderwegs mitwirken. Der Kreis Mettmann hat sich vor kurzer Zeit in „Neanderland“ umbenannt, und so gibt es einen gleichnamigen, 238 Kilometer langen Weg rund um das Neanderland. Kurioserweise verläuft der neanderland STEIG aber nicht, wie man annehmen könnte, durch das Neandertal im engeren Sinne.
Auf diesem neanderland STEIG sind wir im Stindertal gewandert. Zwischen der B7 und dem Stindertal allerdings gingen wir ohne Markierung und teilweise auch ohne Weg, dafür im Stadtzentrum von Mettmann über sehr viel Asphalt – ein „schöner“ Wanderweg war das nicht. Auch nach Verlassen des Stindertals sind wir über diverse Straßen von Erkrath gegangen und schließlich über einen asphaltierten kombinierten Fuß-Rad-Weg im Düsseltal bis zur Fundstelle des Neandertalers.

Ägypten
Einen Guide kann man sich passgenau über die schon im Text erwähnte Seite guidebooker.com buchen – oder ganz einfach vor Ort, denn wenn es etwas reichlich gibt in Ägypten, dann Guides. Die Buchung eines Hotels in Luxor von Deutschland aus ist ebenfalls kein Zauberwerk. Über hrs.de habe ich für einen extrem niedrigen Preis ein zentral gelegenes Fünf-Sterne-Hotel mit Pool direkt am Nil gebucht und war damit sehr zufrieden. Etwas gewöhnungsbedürftig waren die ausschließlich männlichen „Zimmermädchen“.
Den Weg zwischen dem Tal der Könige und Deir el-Medina würde ich nicht versuchen abzuwandern. Allgemein gilt: Jeder Besucher hilft den Menschen in Ägypten, die vom Tourismus leben. Aber ein Restrisiko bleibt, über das jeder individuell für sich entscheiden muss.

Thermopylen
Den Pfad des Ephialtes nachzuwandern ist wunderschön und erkenntnisreich. Für die Anreise zu den Thermopylen ist es ratsam, nach Athen zu fliegen und von dort zum Golf von Malia zu fahren. Das sind 200 Kilometer über gut ausgebaute und leere Autobahnen (Maut!). Und dann sollte man natürlich Loukas Patrilas als Wanderführer buchen, obwohl der manchmal etwas schwer erreichbar ist. Loukas spricht fabelhaft Englisch und freut sich, wenn Sie kommen! Und vergessen Sie nicht, schöne Grüße von mir auszurichten.

Jesus Trail
Eine richtige Übersichtskarte über den Jesus Trail habe ich erst vor Ort bekommen, im Hostel von Jerusalem. In Jerusalem würde ich die Reise auch starten; es gibt regelmäßige Busverbindungen vom einzigen israelischen Flughafen in Tel Aviv nach Jerusalem und von dort (wenn nicht gerade Sabbath ist) nach Nazareth. Die Strecken mit dem Taxi zu fahren ist nicht billig, die Gesamtkosten unserer Reise lagen aber weit unter denen einer Pauschalreise.
Die Unterkünfte in Jerusalem und Nazareth habe ich über hrs.de gebucht, das Hotel im Kibbuz Lavi direkt über dessen Website hotel.lavi.co.il und das Pilgerhaus Tabgha auch (heilig-land-verein.de). Letzteres hat ganz schön gepfefferte Preise, alternative Unterkunftsmöglichkeiten am See Genezareth gibt es aber erst in Magdala.
Für die Sicherheitskontrollen am Abreiseflughafen in Deutschland sowie am Flughafen in Tel Aviv sollte man ordentlich Zeit einplanen, ungefähr drei Stunden. Und vorher noch mal in den Pass schauen, ob man nicht einen Stempel mit arabischer Schrift drin hat, dann kann einem durchaus die Einreise nach Israel verweigert werden. Wie in Ägypten gilt: Bitte vor der Reise alle Hinweise auf der entsprechenden Webseite des Auswärtigen Amts studieren. Trotz eines gewissen Restrisikos würde ich jedoch eine Reise ins Heilige Land unbedingt empfehlen.

Ausoniusweg
Unser Ausgangspunkt nur wenige Meter vom Ausoniusweg entfernt war das Landhotel Karrenberg; am besten reist man mit dem Auto an, denn die nächste Bahnstation ist sehr, sehr weit entfernt. Der Ausoniusweg ist durchgehend gut ausgeschildert. Hingegen sind die Einkehrmöglichkeiten direkt am Weg sehr dünn gesät. Ohne das schwere original-römische Marschgepäck empfiehlt es sich, vielleicht eine etwas längere Strecke zu wählen. Wir haben in Niederweiler die Waffen gestreckt. Mit dem alten System „Ein Auto am Start und eines am Zielort“ sind wir zum Landhotel Karrenberg zurück. Wenn man allein unterwegs ist, sollte man im Hotel nach Shuttle-Möglichkeiten fragen.
Noch eine Wander-Warnung: Für leidenschaftliche Wanderer kann der Ausoniusweg eine Qual sein. Die Ausblicke sind hin und wieder okay, der geschichtliche Kontext hochinteressant, aber es ist eben ein Weg, der mehr oder weniger schnurgerade verläuft – nicht gerade das, wovon die meisten Wanderfreunde träumen.

Volkskreuzzug
Man kann die gut sieben Kilometer zwischen Königsdorf und dem Müngersdorfer Stadion problemlos abwandern, aber prickelnd ist der Weg nicht, das sage ich direkt. Der Vorteil: Es gibt jede Menge Einkehrmöglichkeiten am Wegesrand und sogar eine römische Grabkammer, die man besichtigen kann.
Von Köln oder Düren fährt die S-Bahn S12 bis Frechen-Königsdorf. Von dort geht es immer der Aachener Straße entlang bis zum Stadion. Ab der Spielstätte des 1. FC Köln kann man mit der Straßenbahnlinie 1 in die Innenstadt von Köln fahren, oder man geht, wie die Volkskreuzzügler, einfach weiter zu Fuß bis an den Rhein.

Jakobsweg
Was soll man zum Jakobsweg noch sagen? Es gibt keinen Fußweg weltweit, über den mehr Pilgerführer und Erlebnisbücher erschienen wären. Den Weg in verkehrter Richtung zu gehen kann ich nur wärmstens empfehlen. Santiago de Compostela ist fernab des Pilger-Wahnsinns übrigens eine entzückende Stadt, die durchaus einen kurzen Städteurlaub auch ohne Pilgern rechtfertigt. Direktflüge nach Santiago gibt es von Frankfurt/Hahn (Ryan Air), Düsseldorf und München (beide Vueling Airlines). Vom Flughafen mit dem Taxi in die Innenstadt und dann, wenn Sie wollen, immer den Pilgern entgegen …

Rennsteig
Man kann die Tour von Ilmenau nach Eisfeld in einem Rutsch gehen – 41 Kilometer sind aber echt nicht ohne, ich empfehle daher, zur allgemeinen Entspannung in Neustadt am Rennsteig oder in Masserberg eine Übernachtung einzulegen. Der Rennsteig selbst ist quasi unverlaufbar, super markiert, kein Problem. Für die Strecke von Ilmenau zum Dreiherrenstein und von der Eisfelder Ausspanne nach Eisfeld kann man die Wanderkarten „Naturpark Thüringer Wald“ Nummer 10, 15 und 17 vom Verlag Grünes Herz nutzen. Dass Sie auch ein Gewitter kurz vor Eisleben erleben, kann ich natürlich nicht garantieren, aber im April zu wandern bietet eine hohe Wahrscheinlichkeit für Wetter, wie ich es hatte. Sowohl Ilmenau als Startpunkt der Wanderung als auch Eisfeld als Ziel sind sehr gut mit der Bahn zu erreichen.
Wenn Sie bis Rom weiterwandern wollen, können Sie sich in diversen Wanderbüchern über den Europäischen Fernwanderweg E1 informieren.

Schwedenlöcher
Das attraktivste Wandergebiet Deutschlands erreicht man am besten mit der S-Bahn von Dresden aus. Die Tour zu den Schwedenlöchern haben wir in Stadt Wehlen begonnen – und auch beendet, weil mein Auto dort stand. Man kann genauso gut im Kurort Rathen aufhören und mit der Fähre über die Elbe zur S-Bahn-Station fahren. Der Aufstieg durch den Griesgrund ist relativ gut vom Uferweg aus zu erkennen, die Schwedenlöcher sind sowieso überall ausgeschildert. Zur Orientierung in der Sächsischen Schweiz empfehle ich dringend das fabelhafte Kartenwerk von Rolf Böhm; es ist derart liebevoll erstellt, das sucht seinesgleichen in Deutschland.
Kollege Böhm ist wie ich Mitglied in der IG Stiegen- und Wanderfreunde. Die bieten zwar (versteht sich ja von selbst) keine offiziellen Wanderführungen über die verbotenen Wege an, aber unter www.sandsteinwandern.de bekommt man Informationen, kann die Wanderkarten von Rolf Böhm bestellen und (kostenlos) Mitglied werden.
Ich würde natürlich nie zu einer Wanderung in der Kernzone des Nationalparks raten. Echt nicht. Erstens würde ich dann Ärger mit der Nationalparkverwaltung bekommen, und da gibt es auch sehr nette, mir bekannte Menschen. Und zweitens, ganz im Ernst, sind die illegalen Wege (nicht der zum Engel!) wirklich hochgefährlich. Ich habe da Wege gezeigt bekommen, die würde ich noch nicht mal angeseilt gehen, geschweige denn ohne Sicherung. Daher: Augen auf in der Sächsischen Schweiz, so oder so!

Echternach
Wenn man mit dem Pkw anreist, sollte man sich einen Parkplatz außerhalb des Zentrums suchen. Echternach ist theoretisch auch mit dem Bus von Trier und Bitburg zu erreichen, der fährt allerdings am Wochenende recht selten.
Im Internet habe ich eine Art Benimmfibel für die Springprozession in der deutschsprachigen Zeitung Luxemburger Wort gefunden. Interessanterweise kann man sogar als Einzelperson problemlos (Voraussetzung natürlich weißes Hemd und blaue Hose) mitspringen. Folgendes gilt es zu beachten, ich zitiere:
„Wer mitspringen will, aber nicht zu einer angemeldeten und zugelassenen Gruppe gehört, möge sich in die Reihen der Einzelpilger (Springergruppen) einreihen. Diese Einzelpilger stellen sich im unteren Abteihof unter dem großen Schild ‚Einzelpilger‘ auf und werden dort von den Ordnern in die verschiedenen Gruppen aufgeteilt.
Man unterlasse es, sich auf eigene Faust in eine bereits aufgestellte Gruppe hineinzwängen zu wollen. Es ist auch untersagt, sich unterwegs einer Gruppe anzuschließen. Von den Springern wird erwartet, dass sie den ganzen Weg ernst und würdig mitspringen. Auffälliges Benehmen (wie zum Beispiel Zuwinken, Tücherschwenken …) möge man vermeiden, da es dem Gesamteindruck der Prozession, die ja eine religiöse Kundgebung ist, nur schadet.“
Dann ist doch alles klar, auf nach Echternach!

Versailles
Die Verkehrsanbindung der Tour von Paris nach Versailles könnte besser nicht sein. Einfach nach Paris fliegen oder mit der Bahn fahren, dann mit der Métro zum Hôtel de Ville (Rathaus). Und vom Zielort Versailles fahren, weil es sich um einen weltweiten Touristen-Hotspot handelt, ständig Züge zurück nach Paris. Die „Wanderstrecke“ ist vom Erlebniswert her klasse, aber eben keine richtige Wanderstrecke. Nicht markiert, dafür einfach zu finden. Von den Tuilerien geradeaus, an der Iran-Air-Dependance auf den Champs-Élysées links, dann geradeaus bis zur Seine und zum Eiffelturm. Später in die Avenue de Versailles, dann wieder immer geradeaus, durch Boulogne-Billancourt, Sèvres, Chaville und Viroflay, und schon ist man in Versailles. Das Schloss ist dann nicht mehr zu übersehen.
Wenn man es besichtigen will, muss man sehr, sehr lange Warteschlangen in Kauf nehmen. Eine Eintrittskarte vorab zu kaufen bringt wenig, weil sich die Hauptschlange am Einlass windet, nicht an der Kasse. In die Gärten kommt man dagegen zügig hinein, kostet aber auch Eintritt.

Hambach
Neustadt an der Weinstraße, das zu Zeiten des Festzugs zum Schloss Hambach noch Neustadt am Haardt hieß, ist mit der Bahn sehr gut aus Richtung Mannheim, Karlsruhe und Kaiserslautern/Saarbrücken zu erreichen. Der Weg zum Marktplatz, wo alles begann, ist hervorragend ausgeschildert. Und dann kann man den originalen Zugweg gehen (nur Asphalt) oder kann sehr schön – wie im Text beschrieben – über den Pfälzer Weinsteig zum Schloss Hambach wandern. Im Schloss ist ein Museum untergebracht, das die Geschichte der 1832er beleuchtet. Die Karten gibt es unten am Parkplatz, nicht dass man umsonst hinaufläuft. Öffnungszeiten sind täglich von zehn bis 18 Uhr, im Winter von elf bis 18Uhr.

Verdun
Beim Verdun-Kapitel fallen die praktischen Tipps ganz knapp aus. Bitte nicht nachwandern! Das kann man nicht verantworten. Stattdessen mit dem Auto zum Fort Douaumont und zum Fort de Vaux zu fahren und dort mit Franzosen Händchen zu halten, das ist auf jeden Fall immer eine gute Sache.

Sachsenhausen
Der Bahnhof Oranienburg ist mit dem Regionalexpress und der S-Bahn von Berlin aus zu erreichen. Der Fußweg zur Gedenkstätte Sachsenhausen ist ausgeschildert. Die Öffnungszeiten sind von 8.30 bis 18, im Winter bis 16.30 Uhr, der Eintritt ist frei. Ein Besuch der Gedenkstätte ist unbedingt zu empfehlen.

Spiez
Spiez ist täglich mit mehreren durchgehenden ICEs von Mannheim über Basel zu erreichen. Vom Bahnhof muss man hinunter zum Thuner See gehen, am See ist der Strandweg nach Faulensee ausgeschildert. Zurück kann man den Strandweg nehmen oder mit dem Boot nach Spiez fahren.

Wegscheid

Sinnvoller als Flüchtlings-Tourismus ist mit Sicherheit, konkret zu spenden. Infos dazu gibt es zahlreiche im Internet, unter anderem unter www.wie-kann-ich-helfen.info



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